Unsere zehnjährige Geschichte:

  

P. Lutz Müller SJ und P. Ludger Hillebrand SJ begannen das Projekt im Auftrag des Ordens. Es fand sich im Ruhrgebiet, am Ortsrand von Essen, ein heruntergekommenes, fast leerstehendes Pfarrhaus. Bischof Franz Josef Overbeck hieß uns willkommen und Mitarbeiter des Bistums sorgten für die Renovierung des Hauses. Überwältigend war die Reaktion der Kirchengemeinde! Jugendliche malten den Keller aus; Flüchtlinge aus der Nachbarschaft halfen beim Umräumen der Bibliothek und beim Entfernen jahrzehntealter Tapeten; verschiedenste Menschen spendeten Möbel und Hausrat; Rentner installierten Lampen; eine Nachbarin brachte ein Apfelbäumchen vorbei; eine Frau der Ortscaritas organisierte neue Bettwäsche. Viele unserer Möbel stammen von der damals krebskranken, 50-jährigen Gemeindereferentin Andrea Hurlebusch.

Im Jahr 2019 haben die Jesuiten vier große Ziele formuliert, die uns als Richtschnur für das Wirken des ganzen Ordens über Kontinente hinweg dienen sollen. Diese Ziele, auch Präferenzen genannt, wurden von Papst Franziskus bestätigt. Eines der vier Ziele lautet „An der Seite der Benachteiligten: Gemeinsam mit den Armen, den Verworfenen der Welt, den in ihrer Würde Verletzten auf dem Weg sein, gesandt zu Versöhnung und Gerechtigkeit.“

Inzwischen haben über 40 Geflüchtete bei uns gewohnt. Zu manchen haben wir noch Kontakt. Der erste Bewohner, ein Syrer, hat geheiratet und wir freuen uns, wenn er mit seinem kleinen Sohn bei uns auftaucht. Ein weiterer Syrer, der damals im Paketdienst Arbeit fand, ist ebenfalls verheiratet und besucht uns, wenn es die Arbeit und Familie zulassen. Die Mitbewohner verlassen uns normalerweise, wenn ihr Aufenthalt gesichert, das Deutsch passabel und eine Arbeit gefunden wurde.